Inspiration Aromatherapie

Ornament Kontraste

«Blütenduft»

Das Bild hat seinen Namen erst heute bekommen, nachdem ich es schon unzählige Male in den Fingern gehabt hatte. Ich empfand beim Malen das Gefühl von Gegensätzen. Draussen war es plötzlich wieder kalt, nachdem der Frühling bereits Einzug erhalten hatte. Unter meinen Händen und Pinseln haben sich kühle und warme Farben aneinandergereiht. Gegensätzlich und doch harmonisch.

Heute aber bemerkte ich, dass dieses Bild für mich ein Duftbild ist. Nicht, dass es wirklich duften würde. Es riecht, wie jedes Bild, nur nach Papier und Farbe. Aber beim Eintauchen, beim intensiven Betrachten, beginnt es mich an Düfte zu erinnern. Eine Kombination aus warmen, blumigen Düften mit kühlen, Zitronennoten.

«Blütenduft», Aquarell von Sabine Hurni

Dieses Bild, «Blütenduft», erinnert mich an den Duft von Bergamotte und Orangenblüten (Neroli). Ob es wohl auch gegen Ängste und Depressionen wirkt? Ich überlasse es euch, das zu beurteilen.

Immer der Nase nach

Düfte bereichern unser Leben. Düfte wecken Erinnerungen und Emotionen. Riechen ist wie sehen mit der Nase. Riechen ist berührt werden von einem Duft. Riechen ist ertasten, ist suchen, ist finden. Wir alle haben manchmal einen guten Riecher. Und sei es nur für das beste Stück Aprikosenwähe nach einem Wandertag.Vermutlich nehmen wir über die Nase sogar viel mehr von unserer Umwelt wahr, als wir uns bewusst sind. Ob wir jemanden mögen oder nicht, hängt oft von dessen Körpergeruch ab. Wenn es in einem Laden angenehm riecht, kaufen wir mehr ein und der Geruch nach frischem Brot killt ohnehin alle guten Vorsätze.

Mit Aromen heilen

Mit Aromen lassen sich die Selbstheilungskräfte anregen. Wenn wir einen Duft einatmen, erreichen die Aromen über die Riechschleimhaut der Nase und Millionen von Riechzellen unser Gehirn. Genauer gesagt das limbische System, welches die Gefühlsabteilung des Gehirns ist. Im limbischen System werden Atmung, Körpertemperatur, Verdauung, Gefühle und Erinnerungen gesteuert und schlussendlich auch Entscheidungen gefällt. Es ist die Schaltzentrale, die innert Sekunden entscheidet, ob wir jemanden mögen oder nicht. Weil ätherische Öle auf das limbische System einwirken, haben die natürlichen Düfte einen direkten Einfluss auf die Psyche und den Körper. Sie können Ängste lösen, Anspannungen lindern, die Konzentration steigern und uns im Alltag beflügeln. Sie können aber auch Entzündungen lindern, Schleim lösen, Wunden schneller heilen lassen und Insekten vertreiben.

Es ist schade, dass die Aromatherapie ein Schattendasein fristet, denn es gibt so viele geniale und effiziente Anwendungen mit ätherischen Ölen. Das Schöne daran ist, dass sich auch Laien schnell in dieses Thema einlesen können und nach und nach ihre Hausapotheke mit ätherischen Ölen bereichern können. Als erstes Öl würde ich das Lavendelöl empfehlen. Es wirkt Wunder bei Schnittwunden, Insektenstichen, kleinen Verbrennungen und Hautunreinheiten. Ein Tropfen aufs Kopfkissen verbessert die Schlafqualität, fünf Tropfen im Fussbad vertreiben Stress und vermischt mit Mandelöl ergibt sich ein ausgleichendes Körperöl, mit dem man die Herzgegend massieren kann bei Bluthochdruck und nervösen Herzbeschwerden.

Bergamotte und Neroli – Reise nach Süditalien

Aber zurück zu meinen Bilddüften, Bergamotte und Neroli. Der Reise nach Calabrien und Sizilien. Bergamotte ist ein Baum, der zur Familie der Zitrusfrüchte gehört. Eine Kreuzung aus Zitrone und Bitterorange. Für die Herstellung des ätherischen Öles werden die grünen, unreifen Früchte verwendet. Das Öl befindet sich in Öldrüsen in der äusseren Schale der Bergmottenfrüchte. Ihr Duft wirkt angstlösend und nervenentspannend. Mein Lieblingsschwarztee, der Earl Grey Tee, verdankt seinen herrlichen Geschmack der Bergamotte und auch im Panetone ist die Frucht in Form von Zitronat enthalten. Bergamottenöl kann man gut in der Küche verwenden, vorausgesetzt du kaufst ein 100 Prozent natürliches, biologisches ätherisches Öl. Man gibt einen Tropfen in den Biskuitteig oder aromatisiert einen Quarkkuchen. Auch aus Schwarztee lässt sich ein herrlicher Earl-Grey-Tee herstellen, wenn du zwei Tropfen Bergamottenöl in ein Konfitürenglas gibst, das Glas mehrmals drehst, bis sich das Öl verteilt hat, und dann 50 Gramm Schwarztee ins Glas gibst. Zwei Tage stehen lassen und fertig ist dein Earl-Grey-Tee.

Neroli, der warme, blumige Duft von Orangenblüten vergisst man nicht mehr, wenn man ihn einmal gerochen hat. Mein Schwiegervater, ein gebürtiger Sizilianer, der schon lange in der Schweiz lebt, vermisst einzig und allein diesen Duft aus seiner Heimat – und das Meer. Neroli ist ein teures Öl, weil für einen Liter ätherisches Öl rund 850 Kilogramm, von Hand gepflückte, Orangenblüten verarbeitet werden. Auch Neroli wirkt angstlösend, beruhigt stark und lindert Depressionen. Neroli gibt Kraft bei seelischer Erschöpfung, stabilisiert die Psyche, wenn man nach langer Zeit der Krise «dünnhäutig» geworden ist und hilft sehr gut auch bei Prüfungsangst. Einfach ein Tropfen des Öles auf ein Taschentuch geben und schnüffeln. Oder ein Fläschchen Mandelöl kaufen und mit fünf bis zehn Tropfen Neroliöl ergänzen. So mischst du dir ein Körperöl, das Haut und Seele pflegt.

Aromatherapie: Duftende Anwendungen

  • Fussbad: Eine Handvoll Meersalz mit dem Öl betreuffeln und dann ins warme Wasser geben
  • Für Unterwegs: Ein Tropfen auf ein Taschentuch geben und immer wieder vor die Nase halten
  • Einreibungen: Zwei bis drei Tropfen in eine Bodylotion mischen. Auf die schmerzende Körperstelle reiben.
  • Körperöl: Auf 50 ml Mandelöl je nach gewünschter Intensität 10 bis 20 Tropfen ätherisches Öl geben.

Natürlich gibt es noch unzählige weitere Anwendungen und Öle. Am besten kaufst du dir ein geeignetes Aromatherapiebuch, damit du dein Wissen vertiefen kannst.

Qualität ist wichtig

Achte beim Kauf der ätherischen Öle darauf, dass sie aus 100 Prozent natürlichen Rohstoffen hergestellt sind. Es gibt auch synthetische Duftöle, deren Duft reproduziert wurde. Diese Öle eignen sich nicht für die Anwendung am Körper oder den aromatherapeutischen Einsatz.

Ein Gedanke zu „Inspiration Aromatherapie

  1. Pingback:Gewürze für die Seele - Sabine Hurni Blogt

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.