Frühlingsküche vegetarisch

Frühlingsküche vegetarisch
Frühlingsküche vegetarisch

Ich liebe bittere Salate und verschlinge von Zuckerhut über Chicorée bis hin zum Catalonia alles, was der Frühling an Bitterstoffgemüse zu bieten hat. Kennt ihr Catalonia? Das grüne Blattgemüse sieht aus wie eine Mischung aus Krautstil und Löwenzahn. Schmeckt bitter bis sehr bitter und ist aus unserer Frühlingsküche nicht mehr wegzudenken. Es lohnt sich, den Catalonia direkt beim Biobauern zu kaufen, da diese oft Sorten verwenden, die zwar kleiner, aber dafür umso geschmackvoller sind. In meinen Ayurveda Frühlingsküche – Vegetarisch – Kochkursen entdecken Sie bittere Gemüsesorten und würzige Speisen. Es sind noch Plätze frei!

Der Frühling und die Bitterstoffe gehören zusammen. Dies, obwohl der Frühling so viel Farben, Düfte und Fröhlichkeit hervorbringt. Wenn wir den Frühling jedoch nicht nur mit Auge und Nase willkommen heissen, sondern auch mit dem Gaumen, dann stellen wir fest, dass viele Frühlingskräuter extrem bitter sind. Wenn wir uns wieder vermehrt mit der Natur verbinden möchten, zeigt uns dieser Umstand, dass im Frühling eben diese bitteren Kräuter wichtig für unseren Körper und unser Wohlbefinden sind. Was die Natur je nach Saison hervorbringt, ist immer die beste Nahrung für die Organe. Auf diese Weise nähern wir uns wieder den Zyklen der Natur, anstatt uns die Natur so zurechtzubiegen, wie sie uns passt. Dazu kommt, dass es Spass macht, die Frühlingsküche vegetarisch und leicht bitter zu gestalten.

Warum ist Bitteres im Frühling wichtig?

Welch Freude und Erleichterung müssen unsere Ahnen und Vorfahren verspürt haben, als sie im Frühling die ersten grünen Blättchen entdeckten? Bärlauch, Scharbockskraut und die ersten Brennnessel- und Melissenblättchen lieferten ihnen nach Monaten der eintönigen Ernährung endlich wieder Frischkost, die reich an Mineralstoffen und Vitaminen war. Auch wir können die Kraft der frischen Wildpflanzen nutzen, indem wir mit Hilfe der grünen, bitteren Frühlingsblättchen im Frühling den Stoffwechsel anregen und auf diese Weise die winterliche Schwere aus dem Körper treiben. Ein wichtiges Organ, das sich im Frühling über eine Erfrischungskur freut, ist die Leber. Gelingt es, die Leber im Frühling in Schwung zu bringen und zu regenerieren, ist der Start in die wärmere Jahreszeit mit mehr Vitalität und weniger Frühjahrsmüdigkeit verbunden.

Den Frühling verspeisen

Weil ich es gerne unkompliziert angehe, schiebe ich mir im Frühjahr oft junge Blättchen und Knospen von Wildpflanzen, Birken, Buchen, Salbei oder Beerenstauden in den Mund, kaue sie gut und geniesse den Geschmack dieser puren Vitalkraft. Junge Knospen und Blättchen sind voller Wachstumsenergie und Nährstoffen. Oft schmecken sie bereits nach der Frucht oder der Beere, die einmal aus der Knospe entstehen wird. Umwerfend fein sind zum Beispiel die jungen Triebe der schwarzen Johannisbeere. Mit dem Kauen von Pflanzenknospen belebe ich meinen Körper und entdecke die Natur auf eine neue Art und Weise. Falls du das ebenfalls so machen möchtest, solltest du den Pflanzen mit Respekt begegnen. Plündere nicht alle Knospen, sondern lass dich von ihr beschenken. Alle paar Tage mal eine Knospe zu nehmen hilft dir ausreichend und schadet der Pflanze nicht. Von Salbei-, Zitronenmelissen- und Löwenzahnblättchen kannst du selbstverständlich täglich naschen. 

Lebergalle Heilmittel aus dem Fachhandel

Die Leber kann sich mit Hilfe von Bitterstoffen regenerieren. Sie wird angeregt und besser durchblutet. Natürlich gibt es zahlreiche Heilmittel und gute Pflanzenpräparate zur Leberregeneration im Fachhandel zu kaufen. Meist enthalten Sie Auszüge aus Mariendisteln, Löwenzahn, Enzianwurzeln und Angelikawurzel. Die bitteren, nährstoffreichen Kräuter aktivierten den Stoffwechsel,  lösen Schleim in der Lunge und aktivieren die Verdauungsenzyme. Sie sind also bestens dazu geeignet, die Körpersäfte in Bewegung zu bringen. Ich empfehle euch sehr, im Frühling den Stoffwechsel auf diese Weise sanft anzuregen. Weiter unten im Text erkläre ich euch, welche Wildkräuter einfach zu erkennen sind und wie ihr sie im Frühling nutzt. Wem das zu kompliziert ist, der kauft im Fachhandel einen Leber-Galle-Tee, Lebergalletropfen, Frischpflanzensaft mit Löwenzahn, Ayurvedische Leberheilmittel oder eine Flasche Schwedenbitter, um im Frühling die Kraft der Bitterstoffe zu nutzen. Bei allen flüssigen Anwendungen ist es wichtig, die Flüssigkeit vor dem Runterschlucken einen Moment im Mund zu halten, damit sich die Geschmacksknospen auf der Zunge aktivieren. Diese senden reflektorisch eine Information an die Leber und die Galle.

Die Neun-Kräutersuppe

Vor zwei Jahren habe ich in der Zeitschrift «Natürlich» einen Bericht über die Neun-Kräuter-Suppe geschrieben, die man früher am Donnerstag vor Ostern zubereitet hatte. Man nennt sie deshalb Gründonnerstagssuppe. Es handelt sich dabei um eine Brühe, die aus den ersten neun Kräutern gekocht wird, die im Frühling im Garten oder am Wegrand spriessen. Welche neun Kräuter in der Suppe landen, spielt keine Rolle. Man wählt die Kräuter je nach Wohnort, Sonnenstand und Kräuterkenntnis aus. Wichtig ist jedoch, dass es neun Kräuter sind. In der Zahlenmystik steht die Neun für Weisheit und Vollkommenheit, da sie drei Mal die Zahl Drei enthält, welche wiederum in vielen Kulturen für das Göttliche steht.  Am einfachsten geht es mit Küchenkräutern, ergänzt durch Wildkräuter, die du kennst. Wenn du dich für Wildkräuter interessierst, dann kannst du natürlich auch in die Natur schreiten und die Kräuter selber sammeln – eine Wertschätzung für dich selber und die Natur links und rechts vom Wegrand. Nimm ein Bestimmungsbuch mit oder lade eine App runter. Nimm immer eine Plastikdose und ein Sackmesser mit auf deine Streifzüge und stimme dich vorab auf die Pflanzen ein, die sich dir zeigen möchten. So ebnest du dir den achtsamen Weg zu diesen Pflanzenwesen. 

Rezept

Neun-Kräuter-Suppe

Du brauchst:
Je eine Handvoll frischer Frühlingskräuter
1 Zwiebel
Butter oder Öl zum Anbraten
1/2 Liter Wasser
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, ein Spritzer Zitronensaft zum Abschmecken
Rahm oder ein Esslöffel Mandelmus zum Abrunden
Gänseblümchenblüten zum Garnieren

So geht’s:
Feingewürfelte Zwiebel im Fett anschwitzen, jeweils eine Handvoll Kräuter klein hacken und dazu geben. Mit Wasser aufgiessen und 5 Minuten köcheln lassen. Anschliessend mit Salz, Pfeffer, einem Spritzer Zitronensaft und Muskatnuss abschmecken. Die Suppe pürieren und mit Rahm oder Mandelmus verfeinern.

Frühlingsküche vegetarisch: Mit diesen Kräutern klappts!

  • Brennnesseln wachsen überall dort, wo Menschen leben. Junge Blättchen können als Spinat oder Salat zubereitet werden. Da die Brennnessel eine der wichtigsten Eisenpflanzen ist und laut TCM das Leberblut nährt gehört sie in die Hausapotheke jeder menstruierenden Frau.
  • Giersch mag es eher feucht und wächst an Rändern von Bächen. Er gehört zu den wichtigsten Gartenunkräutern. Bevor Sie Giersch sammeln, sollten Sie sich ein gutes Wildpflanzenbestimmungsbuch kaufen, denn man kann ihn mit anderen Doldenblütlern verwechseln, die häufig giftig sind. Giersch Blätter passen hervorragend in den Salat oder können wie Spinat zubereitet werden. Die aromatischen Blätter streut man wie Petersilie in und über die Gerichte und bringt auf diese Weise den Säure-Basen-Haushalt in Ordnung. Ideal bei Rheuma- und Gichterkrankungen.
  • Die Blätter der Sauerampfer schmecken leicht säuerlich. Sie sehen aus wie kleine Gänsefüsschen und sind leicht rötlich. Sie liefern eine Menge Mineralstoffe und Vitamine, haben einen hohen Eisengehalt und sollte frisch zubereitet gegessen werden.
  • Die Vogelmiere, eine penetrante Gartenmitbewohnerin, verfügt über einen hohen Gehalt an Chlorophyll und gehört zu den blutreinigenden und mineralstoffreichen Frühlingsboten. Man sollte sie im Frühling häufig zum Salat geben. Und nehmen Sie sich die Zeit, die Blüten mit der Lupe zu betrachten. Sie sind wunderschön.
  • Das Scharbockskraut breitet sich im Frühling Boden bedeckend aus. Zu diesem Zeitpunkt sind die Blätter zart und vitaminreich. Man kann sie kauen, im Salat verwenden oder gehackt über die Suppe streuen. Die Blütenknospen kann man einlegen und wie Kapern verwenden. Sobald die Blüten offen sind, werden die Blätter bitter.
  • Die Zitronenmelissenblätter treiben ihre ersten hocharomatischen Blättchen auch im frühen Frühjahr aus dem Boden. Sie geben der Suppe einen süsslich-aromatischen Geschmack. Man kann die geschnittenen Zitronenmelissenblättchen auch gut mal über einen Salat oder gedämpftes Gemüse streuen.
  • Der Bärlauch, der dieses Jahr bereits Ende Februar aus dem Boden schoss, ist ein schmackhaftes und äusserst gesundes Wildkraut. Wegen der Verwechslungsgefahr mit dem Maiglöcklein, wird immer wieder vor dem Bärlauch gewarnt. Doch wer den Bärlauch früh erntet, bevor er blüht, geht kein Risiko ein. Beobachte das Wachstum beider Kräuter und du wirst im darauffolgenden Jahr die Unterschiede leicht erkennen.
  • Die Knoblauchrauke erkennt man an ihrem wellenförmigen Rande und ihrem markanten Knoblauchgeschmack, wenn man ein Blättchen verzehrt.
  • Was natürlich im Frühling auf keinen Fall fehlen darf, ist der Löwenzahn. Seine jungen Blättchen bringen den Organismus in Schwung und Ablagerungen werden aus dem Körper gespült, indem die Heilpflanze die Leber, die Nieren und das Bindegewebe aktiviert. Eine reine Löwenzahnkur als Presssaft oder Smoothie sollte über vier Wochen durchgeführt werden.

Natürlich kommen auch Labkraut, Gundermann, Spitzwegerich, Gänseblümchen, Guter Heinrich, kleiner Wiesenknopf (Pimpinelle), Weidenröschen, Rauke (Rucola) oder ganz normale Küchenkräuter in Frage. Man muss also nicht zwingend die Wanderschuhe anziehen, um zu den Kräutern zu gelangen.

6 Gedanken zu „Frühlingsküche vegetarisch

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