Johanniskrautöl bei Muskelschmerzen

Johannsikrautöl

Im Sommer wächst bei uns das Johanniskraut aus jeder Ritze, weil ich es nicht übers Herz bringe, dieses wertvolle Heilkraut zu jäten. Darüber hinaus sind die Blüten ein wahres Insektenparadies! Das Stehenlassen ist somit eine klare Win-win-Situation: Ich habe Zeit für andere Dinge, die Natur freuts und ich kann mein geliebtes Johanniskrautöl aus Eigenanbau herstellen.

Ich liebe es, wenn sich das Johanniskraut ungehemmt verbreiten kann. Jedes Mal, wenn ich im vergrösserten Radius meines Gartens ein Johanniskraut wachsen sehe, erfüllt es mich mit so etwas wie Mutterstolz, denn ich meine zu wissen, dass dieses Pflänzchen bestimmt aus einer meiner Johanniskrautblüten entsprungen ist.

Bevor der Sommer kommt und bevor das Johanniskraut seinen Zauber über die Welt legt, möchte ich Ihnen das Johanniskrautöl näherbringen. Es ist meiner Meinung nach eines der besten Heilmittel bei Muskelschmerzen. Besser als Salben und Gel. Johanniskrautöl wird aus den Blüten einer Pflanze gewonnen, welche in den Sommermonaten reichlich Sonne und Wärme tanken und als besondere Lichtbringer gelten. Das tiefrote Öl auf Olivenölbasis, auch Rotöl genannt, eignet sich hervorragend zur Linderung von Schmerzen der Gelenke, bei Rheuma, Ischias und Gicht. Es wirkt schmerzstillend, wärmend und entzündungshemmend und gilt als Heilmittel bei Problemen der Haut wie Neurodermitis, Wunden oder Verbrennungen. Auch zur Narbenpflege hat es sich bewährt.

Gut geölt ist halb geheilt

Es gibt kaum eine andere Substanz, die so stark zu beruhigen vermag wie Öl. Babys schlafen besser nach einer Ölmassage, im Ayurveda dient das Einölen der Reduktion des Windelementes und auch in der Ernährung sorgen ölige Speisen in Stresssituationen für den nötigen Halt. Zum Beispiel Nüsse. Das schmierende, wärmende und besänftigende Johanniskrautöl wirkt allein schon aufgrund der öligen Konsistenz stresslindernd und wohltuend. Zudem enthält es wertvolle Inhaltstoffe, welche den Körper positiv unterstützen. Da es für eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut sorgt, sollte man während der Einnahme eines Johanniskrautpräparates oder gleich nach der Massage mit Johannsikrautöl auf intensives Sonnenbaden verzichten.

Johanniskrautöl als Wickel

Mit Johannskrautöl kann man die schmerzende Körperstelle mehrmals täglich oder zumindest morgens oder abends massieren. Die Wirkung verstärkt sich, wenn das Öl über mehrere Stunden wie ein Wickel auf die Muskeln einwirkt. Eine solche Johanniskrautöl-Auflage wirkt schmerzlindernd, krampflösend, entzündungshemmend, wärmend und entspannend. Und so geht’s: Man benötigt Johanniskrautöl, ein Baumwolltuch, einen Esslöffel, einen Plastikbeutel und ein bis zwei Wärmflaschen. Zudem ein Rohwollkissen oder ein weiches Tuch aus Wolle oder Flanell. Falten Sie das Baumwolltuch mehrfach und geben Sie einen Esslöffel Johanniskrautöl darauf. Schieben Sie das ölgetränkte Tuch in den Plastikbeutel und erwärmen Sie es auf einer Wärmeflasche oder auf der Heizung. Legen Sie auch das Rohwollkissen zum Aufwärmen auf die Heizung. Dann holen Sie die Ölkompresse aus dem Plastikbeutel und legen sie direkt auf die betroffene Stelle. Mit dem Rohwollkissen oder einem weichen Tuch abdecken und fixieren, indem Sie ein enganliegendes Kleidungsstück darüber ziehen. Diesen Wickel kann man bei Bedarf einmal täglich über mehrere Tage hinweg für 30 Minuten bis einige Stunden auflegen. Danach entfernt man die Ölkompresse, lässt jedoch das Stück Rohwolle, bzw. das weiche Tuch auf der Haut, damit diese nicht auskühlt.

Johanniskrautöl selbst herstellen

Bitte denken Sie daran, dass Sie Johanniskrautöl im nächsten Sommer gut auch selbst herstellen können. Das ist sehr einfach. Sie benötigen für 500 ml Olivenöl rund 25 Gramm Johannisblüten. Sammeln Sie die Johanniskrautblüten an einem sonnigen Tag, sodass die Pflanzen vollkommen trocken sind. Wenn Sie Lust haben, dürfen Sie gerne die Sammeltage nach Mondphasen beachten. Danach können Sie die Blüten im Mörser leicht zerquetschen, die Blüten in ein Einmachglas geben und biologisches Olivenöl dazugeben. Das Einmachglas stellt man für drei Wochen an die Sonne. Ab und zu schütteln, damit die Blüten immer mit Öl bedeckt sind. Danach kann man den öligen Blütenauszug abfiltern und das Rotöl in dunkle Flaschen abfüllen. Olivenöl ist ein sehr stabiles Öl. Das selbst hergestellte Öl ist rund ein Jahr oder auch etwas länger haltbar.

Nun sind Sie gerüstet, damit Ihre Muskeln und Sehen bis ins hohe Alter geschmeidig, geschmiert und beweglich bleiben.

Die Originalversion dieses Textes ist in der März-Ausgabe der Zeitschrift «natürlich» erschienen.

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