Lachen ist Medizin

Lachen ist die beste Medizin Malerei von Sabine Hurni
«Lachen ist die beste Medizin», gemalt von Sabine Hurni, Aquarell, 30x40cm, CHF 450.00

Humor ist, wann man trotzdem lacht. Wie heilsam ist es doch, wenn man mit einer Freundin witzelt, sich über Situationen, die an einen herangetragen werden köstlich amüsiert oder lustige Anekdoten zum Besten gibt. So wird das Lachen zu unserer besten Medizin, denn zu viel Ernsthaftigkeit macht uns irgendwie säuerlich. Habt ihr gewusst, dass ihr nicht glücklich sein müsst, um zu lachen? Aber das Lachen macht definitiv glücklich und viele Situationen ertragbarer. Überhaupt lachen wir Schweizer*innen viel zu wenig.

Was Lachen bewirkt

Laut meinen Recherchen lachen Kinder 400 Mal pro Tag. Und Erwachsene? Die bringen es auf magere sechs Lacher pro Tag. Vor 50 Jahren war es offenbar noch anders, da haben die Schweizer 18 Mal pro Tag gelacht. Ist uns das Lachen vergangen? Ich hoffe nicht! Denn Lachen macht nicht nur glücklich, es ist auch ausgesprochen gesund. «Das Lachen ist ein leichtes silbernes Glöckchen, das uns ein guter Engel mit auf den Lebensweg gegeben hat», schrieb der österreichische Dichter Joseph Roth.  

Die Wissenschaft über die Auswirkungen des Lachens (Gelotologie, gélos=Lachen) beschäftigt sich mit den körperlichen und psychischen Aspekten des Lachens. Gemäss Studien linderten eine Lachsalve von wenigen Minuten chronische Schmerzen und stärkt das Immunsystem. Nicht nur in diesem Moment. Ein lustiger Film, ein Gesellschaftsspiel oder ein guter Witz lässt die Abwehrzellen über Stunden bis Tage in die Höhe schnellen.Beim Lachen werden zudem die Glückhormone Endorphine ausgeschüttet, welche einen wesentlichen Beitrag zur Stressbekämpfung leisten. Dazu muss man nicht mal richtig lachen. Schon das Hochziehen der Mundwinkel veranlasst uns, die Körperhaltung zu verändern und aufrechter durchs Leben zu gehen. Psychologen setzen Humor im Bereich der Psychosomatik ein und in Spitälern lockern Clowns die triste Atmosphäre gezielt auf. Das sorgt für eine schnellere Genesung. Wenn vor dem Lachen eine Situation noch ausweglos erschien, verändert sich nach dem Lachen die Sicht auf die Dinge und plötzlich entstehen neue Lösungsansätze. Fröhliche Menschen sind aber auch kontaktfreudiger, beliebter und sozial erfolgreicher als die Miesepeter. Überhaupt soll eine Minute Lachen gleich entspannend sein, wie 45 Minuten Entspannungstraining. Immerhin werden nicht weniger als 300 unterschiedliche Muskeln durch das schallende Gelächter aktiviert. Doch nicht jedes Lachen ist ein echtes Lachen.  Verhaltensforscher unterscheiden 18 verschieden Arten von Lächeln. Nur eine einzige Variante davon ist Ausdruck spontanen, ehrlichen Vergnügens. Beim entspannten Lachen zeigen die Mundwinkel symmetrisch nach oben und um die Augen bilden sich Lachfältchen. 

Eine Welt, die lacht

Es ist erfrischend, in ein lachendes Gesicht zu blicken. Was gibt es Schöneres als ein Gesicht, das sich von einem Moment zum nächsten in ein Lächeln oder gar in ein breites Lachen verwandelt? Gründe, sich im Alltag köstlich zu amüsieren gibt es mehr als genug. Nur muss man sie sehen, offen dafür sein und sich sogar wünschen an lustige Situationen heranzulaufen. Und glaubt mir, es klappt. Und wenn nicht, gibt es viele lustige Filme, Komiker, Witzbücher, lustige Gesellschaftsspiele oder witzige Freunde, die uns immer wieder zum Lachen bringen. Lachen ist ja bekanntlich ansteckend. Wenn Sie jemanden anlächeln, lächelt er wahrscheinlich zurück. Lacht am Nebentisch im Restaurant jemand ein echtes Lachen, werden sich auch eure Mundwinkel nach oben bewegen. Und wenn sich zwei Freundinnen lachend die Bäuche halten und sich gegenseitig immer wieder anstecken, bleibt wohl keiner in ihrem Umkreis ernst, obwohl die anderen keine Ahnung haben worum es geht. Das weiss man als Lachender meist auch nicht mehr so genau, weil es irgendwann nur noch lacht bis der Bauch schmerzt.  Lachen ist Gegenwärtigkeit. Während man schallend lacht, ist man ganz im Moment und vergisst alles rundherum. Vielleicht ist das Lachen deshalb so gesund, weil es uns die Sorgen und schweren Gedanken für einen Moment vollkommen vergessen lässt.

Was bringt dich zum Lachen?

Mich zum Beispiel Situationskomik. Letzte Woche hörte ich ein Gespräch zwischen drei Männern. Ich stand unmittelbar daneben und konnte nicht anders als mithören. Es ging um eine Fusspflege bei der Podologin, wobei einer der drei Männer, jener, der mit dem Thema angefangen hat, hochgradig schwerhörig war. Die haben ständig aneinander vorbeigeredet und die Situation war so was von schräg, dass sich in meinem Gesicht zuerst ein Schmunzeln, dann ein Grinsen und ein breites Lachen zeigte. Dann konnte ich nicht mehr und musste laut lachen – ich habe mich geoutet, dass ich mitgehört habe, aber das war mir egal J.

Warum ist Lachen die beste Medizin?

Weil es uns für einen Moment die Sorgen und schweren Gedanken vollkommen vergessen lässt. Weil der ganze Körper vibriert, das Zwerchfell sich entspannt, die Gesichtsmuskeln sich entspannen und Glückshormone ausgeschüttet werden. Wenn vor dem Lachen eine Situation noch ausweglos erschien, verändert sich nach dem Lachen die Sicht auf die Dinge und plötzlich entstehen neue Lösungsansätze.

Wie werde ich lustiger?

Das ist schwer zu sagen. Entweder man ist lustig oder nicht. Das heisst, man lässt selber zu, dass sich irgendetwas in uns selber aufweicht, loslässt und unkontrolliert sich selber überlässt. Es auch auf die Art des eigenen Humors an. Mich zum Beispiel, bringen oft Menschen zum Lachen, die eigentlich extrem unlustig sind. Furztrocken und Spröd. Es gibt Komiker, die verziehen auf der Bühne keine Miene. Die sind total nicht-lustig. Aber das Publikum kugelt sich vor Lachen.

Warum wir lachen

Sinn und Zweck des Lachens sind wissenschaftlich noch nicht abschliessend geklärt. Vermutlich ist es ein soziales Zeichen von uns Menschen. Wer lächelt, mit Mund und Augen, legt die Waffen nieder und stellt keine Gefahr für uns dar. Zudem ist das Lachen auch eine Entspannungsmethode. Nach Zeiten der Trauer, der Wut oder des Stresses mal wieder laut zu lachen löst sämtliche Spannungen im Körper auf. Es ist eine Körperfunktion, für die wir ungemein dankbar sein müssten.

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