Lavendel als Heilmittel

Lavendel als Heilmittel: Kein anderes ätherisches Öl ist so vielseitig einsetzbar wie das Lavendelöl. Lavendel hilft bei kleinen Schnittwunden, Verbrennungen, Insektenstichen, Schlafstörungen, Stress und Unruhe. Man kann es auf das Kopfkissen sprühen, ins Badewasser mischen oder bei kleinen Wunden direkt auf die Haut auftragen.

Soeben öffnen sich bei uns die Lavendelblüten und verströmen ihren sanften Duft. Ich liebe ihn. Ich streiche gerne sanft mit der Hand über den Lavendelstrauch und lasse mich einhüllen vom lieblichen Duft, den er verströmt. Lavendel als Heilmittel hilft beim Einschlafen, die Gedanken werden freier, die Konzentration besser und das Nervensystem beruhigt sich rasch. Kaum ein anderer Duft ist so umfangreich Einsatzbar und passt so gut in die heutige Zeit wie der Lavendel mit seinen ätherischen Ölen.

Geschichte von Lavendel

Lavendelblüten
Lavendelblüten

Lavendelöl war bereits bei den alten Ägyptern bekannt. Sie verwendeten es zur Einbalsamierung. Die Römer benutzen Lavendel als Zeremonienkraut, um den Soldaten Mut zu machen und die Nerven vor einer Schlacht zu beruhigen. Reiche Römer benutzen das Öl zum Baden, was dem Lavendel den heutigen Namen «Lavandula officinalis» (lavare=waschen) gegeben hat. Hildegard von Bingen (1098-1179) bezeichnete den Lavendel als Muttergotteskraut und empfahl ihn gegen Läuse. Während die Pest in Europa wütete, räucherte man die Räume mit Lavendel aus und streute das Kraut auf den Boden, um Ratten und Flöhe zu verjagen, welche als Krankheitsüberträger galten. Im ersten Weltkrieg wurden die Verwundeten mit Lavendelöl versorgt, weil dieses eine desinfizierende Wirkung hat. Schlachten und Epidemien müssen wir heute zum Glück nicht mehr ausstehen. In der Gegenwart begleitet uns der Lavendel eher auf der seelischen Ebene und körperlich im Bereich des Nervensystems. Der Lavendel wirkt zentrierend und entspannend. Wichtige Entscheidungen trifft man deshalb am besten mit einem Hauch von Lavendelduft um die Nase.

Ein heilsamer Duft

Lavendelöl besteht zu 40 bis 45 Prozent aus Monoterpen-Estern. Diese sind sehr mild, gut verträglich, auch für Kinder, und riechen fruchtig, blumig, aromatisch. Die Wirkung der Monoterpen-Ester ist stark krampflösend, entspannend, ausgleichend, schlaffördernd und ausgleichend auf das Stimmungshormon Serotonin wie auch auf die Stresshormone. Der Duft kann aktivieren und anregen oder aber entspannen und beruhigen. Diese Gegensätzlichkeit kommt vermutlich durch seine zentrierende Wirkung zustande – der Lavendel gibt dem Körper genau das, was dieser gerade braucht. Äusserlich wirkt der Lavendel gegen Pilze und Bakterien. Das gut verträgliche ätherische Öl ist so mild, dass man es unverdünnt anwenden kann. Zum Beispiel bei Akne oder kleinen Wunden.

Lavendelöl extra stammt aus Frankreich. Der wilde Lavendel wächst an Berghängen im Süden Frankreichs mitten in einer Vielfalt von verschiedenen Pflanzen. Dadurch entwickelt er ein viel intensiveres Duftspektrum als ein Lavendel, der in Monokulturen angebaut wird. Vermutlich, weil er sich durch den Konkurrenzkampf mit anderen Blüten gegenüber den Insekten mit mehr Duftstoffen bemerkbar machen muss. Das Öl wird mittels Wasserdampfdestillation aus den Blüten und Stängeln gewonnen. Für ein Kilogramm ätherisches Öl aus Wildsammlung, Lavendelöl extra, benötigt man 150 bis 160 Kilogramm Lavendelblüten. Zur Herstellung der gleichen Menge Lavendelöl fein braucht es 120 bis 130 Kilogramm Blüten und für das Lavandin Super 35 bis 40 Kilogramm Pflanzenmaterial. Für aromatherapeutische Zwecke wie die direkte Anwendung auf der Haut, im Massageöl oder in der Aromapflege sollte man das teurere Lavendelöl extra verwenden. Für die Verwendung im Duftlämpchen oder im Aromaspray ist die Qualität nicht in derselben Weise relevant.

Sommertipps mit Lavendel als Heilmittel

Lavendelblüten
Lavendelblüten

Lavendelöl ist ein Heilmittel, das man stets zur Hand haben sollte. Vorausgesetzt man mag den Duft! Wer beim Duft von Lavendel die Nase rümpft, sollte ein anderes Öl mit ähnlicher Wirkung wählen. Bei der Auswahl eines Öles zählt die Nase, nicht der Kopf. Hier einige Sommertipps mit Lavendelöl:

  1. Wunden und Schnitte: Etwas Lavendelöl mehrmals täglich auf die Wunde tröpfeln

2. Sonnenbrand und Verbrennungen: Lavendelhydrolat aufsprühen oder 50 ML Johanniskrautöl und 12-25 Tropfen Lavendelöl zusammen vermischen und auftragen

3. Fussbad zum Entspannen: 3-6 Tropfen Lavendelöl auf 4 bis 6 Liter Wasser. Wichtig: Das Öl zuerst mit etwas Kaffeerahm oder Meersalz mischen und erst dann ins Badewasser geben. Sonst verteilt sich das Öl nicht im Wasser

4. Kühlender Wadenwickel: 3 Tropfen Öl mit 1 Liter lauwarmem Wasser mischen (zuerst mit Kaffeerahm oder Salz emulgieren) und ein Tuch mit dem Wasser benetzen. Auswringen und um die Waden wickeln

5. Insektenstiche: Ein Tropfen Lavendelöl auf die Einstichstelle geben

6. Konzentration: Ein Tropfen Lavendelöl auf ein Taschentuch tröpfeln und immer wieder daran schnuppern

7. Vaginalpilz: Waschung machen mit Salzwasser. Dieses mit 3 Tropfen Lavendelöl anreichern. Oder aus Mandelöl, Heilerde und 2 Tropfen Lavendelöl eine Paste zubereiten.

8. Blasenentzündungen: 1 Tropfen Lavendelöl auf die Slipeinlage unterstützt die Heilung und desinfiziert

9. Gegen Blattläuse: 100 ml Schmierseifenlösung mit ca. 5 Tropfen Lavendelöl anreichern und versprühen, oder den Boden mit Lavendel mulchen.

Natürlich gibt es noch unzählige weitere Anwendungsmöglichkeiten für Lavendel. Er schmeckt auch vorzüglich in der Küche, in Kräuterdips, im Panna Cotta, vermischt mit einem Fleur de Sel kann der Lavendel zum Würzen von Grillladen verwendet werden oder man kocht aus den Blüten einen Gelee und geniesst es auf dem Sonntagszopf. Am besten du pflanzt dir eine Staude in den Garten oder auf den Balkon!

Ein Gedanke zu „Lavendel als Heilmittel

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