Intuition – die Kraft der Bauchentscheidung

Intuition Bauchgefühl vertrauen
Intuition – vertrauen auf das Bauchgefühl

Intuition heisst Vertrauen. Um die eigene Intuition zu schulen braucht es in erster Linie die richtige innere Einstellung. Du darfst felsenfest überzeugt sein, dass du deiner Intuition zu 100 Prozent vertrauen kannst. Wer zweifelt, wird Zweifel erfahren. Nimm deine Intuition bei der Hand und gib ihr Raum. Und vor allen Dingen: Freu dich an all den unerwarteten Erlebnissen, die plötzlich auf dich zukommen!

Niemand bringt uns bei, wie wir die Intuition schulen können. Die Schulen füllen unsere Köpfe mit logischem Denken, Fachwissen und Fachkompetenz. Doch Tatsache ist, dass wir nicht besser entscheiden, wenn wir mehr wissen. Im Gegenteil. Weniger Zeit und weniger Informationen führen zu besseren Entscheidungen. So ist es zumindest im Buch «Bauchentscheidungen» von Gerd Gigerenzer eindrücklich und wissenschaftlich erklärt. In seinen Ausführungen kommt er zum Schluss, dass mehr Zeit nicht immer besser ist. Auch langes Nachdenken ist nicht immer besser. Man kann eine vergangene Situation mit viel Hintergrundwissen zwar besser analysieren, aber für die Bestimmung von zukünftigen Entscheiden behindert das Wissen mehr als dass es hilft. Wir können für unsere Entscheidungen noch so viele Pro und Contra-Listen führen, am Schluss entscheidet dann doch das Bauchgefühl. Nur wenn danach jemand fragt, warum wir uns so entschieden haben, kommen wir auf die Bilanz zurück und erklären, wie wir die Entscheidung getroffen haben. Niemand gibt gerne zu, dass er oder sie aus dem Bauch heraus entscheidet. Das gilt als zufällig, unglaubwürdig und inkompetent.

Intuition vor Kopfentscheid

Intuition - dem Bauchgefühl vertrauen
Zum Beispiel, dass man mit dem Auto auf einen Parkplatz fährt…

Ja, intuitive Entscheide aus dem Bauchgefühl heraus werden in unserer Gesellschaft belächelt. Wir brauchen Fakten und Beweise. Tatsache ist jedoch, dass Geistesblitze immer ein Resultat der Intuition sind. Die Aufarbeitung, Weiterverarbeitung und Vollendung hingegen benötigt unsere Hirnleistung. Die Idee kam vielleicht im Traum, auf einem Spaziergang, während einem Zoom-Meeting oder beim Autofahren auf einer monotonen Autobahnstrecke. Sobald das Gehirn in eine Art Entspannungszustand übergeht, gleichen sich die linke und die rechte Hirnhälfte aus. Wir finden irgendwo in deren Mitte eine Balance, wo wir einen direkten Zugang zum Unterbewusstsein herstellen können. Ist der Geistesblitz positiv und beantwortet vielleicht ein Problem, das über den Verstand nicht lösbar war, dann vertrauen wir auf den Gedankenblitz. Was wir jedoch mit dem Verstand nicht hören wollen, drängen wir dann doch lieber zur Seite. Nagende Gefühle wie «kündige diesen Job» oder «such dir eine neue Wohnung». Das wollen wir nicht hören. Und doch, einige Wochen später flattert vielleicht eine Kündigung ins Haus und bestätigt das ungute Gefühl, das Sie hatten.

Im Zweifelsfall die Logik?

In einer Zeit wie jetzt, wo viele Unsicherheiten, Veränderungen und Ängste die Gemeinschaft prägen, ist die innere Stimme äusserst wichtig. Doch was machen wir anstelle der Intuition zu vertrauen? Wir hängen den Wissenschaftlern an den Lippen, die ihre Entscheidungen aufgrund von Expertenmeinungen fällen müssen, um sie danach mit Fakten und Beweisen der Gesellschaft zu überbringen. Nehmen wir das Thema Impfen. Der Verstand und die Logik sprechen dafür, dass sich jede Person gegen Corona impfen lassen soll. Als Zeichen der Solidarität, als Schutz für die Wirtschaft, als Freiheitspass für die nächste Reise in die Ferne oder als einzige Möglichkeit, seinen Mitmenschen wieder nah zu sein. Auf der inneren Bilanz von pro und contra überwiegt das pro. Aber was, wenn das Bauchgefühl eine andere Meinung hat? Darf man in einer solchen Situation das Bauchgefühl bestimmen lassen? Es ist wichtig, dass wir in uns hineinhorchen und uns fragen, was diesen Widerstand hervorruft. Ob es eine ungute Vorahnung ist oder uns eher diffuse Ängste an der Entscheidung hindern, die sich durch mehr Informationen zerstreuen oder bestätigen.  

Intuition schulen

Intuition - dem Bauchgefühl vertrauen
… wenn es wie aus Eimern giesst und man vor lauter Regen nichts mehr sieht!

Um die eigene Intuition zu schulen braucht es in erster Linie die richtige innere Einstellung. Es braucht die felsenfeste Überzeugung, dass ich meiner Intuition zu 100 Prozent vertrauen kann. Wer zweifelt, wird Zweifel erfahren. Danach gilt es, mit dieser Überzeugung unterwegs zu sein. Wer in Verbindung mit seiner Intuition einen Spaziergang macht, wird andere Wahrnehmungen haben, bewusster unterwegs sein und Begegnungen anders bewerten. Wer in Verbindung mit seiner Intuition ein wichtiges Gespräch führt, wird mehr auf seine Gefühle achten und sich fragen, warum dieses Gefühl da ist und ob es die Situation direkt betrifft oder das eigene Gefühl gegenüber der Situation. Wer mit der Intuition in Verbindung ist, wird auch eher offen sein für die Wahrheit der inneren Stimme und nicht schnell den Verstand dazwischenschieben, wenn die innere Stimme gegen jegliche Regeln der Logik verstösst.

Intuition heisst Entspannung. Heisst, Kopf leer machen und im Zustand des Seins einen Zugang zum Unterbewusstsein herstellen. Nur wer entspannt ist, fällt gute Entscheidungen, hat einen Zugang zum 6. Sinn und kann Einfälle, Impulse und Ideen sofort integrieren. Der Intellekt führt danach aus, was wir aus dem Unbewussten empfangen haben. Je häufiger wir das machen, desto sicherer fühlen wir uns und wir können besser mit dem Bauchgefühl in Kontakt kommen. Und unsere Träume leben – entgegen jeglicher Logik.

Die Originalfassung dieses Textes erschien in der Sommerausgabe der Zeitschrift «Natürlich».

2 Gedanken zu „Intuition – die Kraft der Bauchentscheidung

  1. marlène wahlen Antworten

    krass – krass inspiriender Text. Lesend, ertappte ich mich mehrmals beim Kopfnicken und ich bin keine Kopfnickerin, keine Anpasserin; Querdenken macht mir Spass.
    Intuition – ja; ich unterschreibe, dass man diesem starken Gefühl vertrauen sollte; andernseits besteht die Möglichkeit zu zerstören, die falschen Wege zu beschreiten. Ich schreibe aus eigenem Erleben. Mir wurde eben eine zweite Chance angeboten, nun packe ich sie. Ich fühle mich befreit von selbst auferlegtem Druck. Erleichtert gebe ich mich den schweren Spätsommerdüften hin, nehme staunend Veränderungen in der Natur wahr.-

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